Vorwort

Seekarten, die auf die hier beschriebene Art & Weise erstellt werden, dürfen weder verkauft, noch zur Navigation verwendet werden!
Bitte beachten Sie das Copyright der jeweiligen Vorlage.

Bevor wir uns dem eigentlichen Thema zuwenden, vorab ein kleiner Überblick über die involvierten Themen. Eine ausführliche Behandlung jedes einzelnen Themas würde den Rahmen sprengen. Wer sich mit einzelnen Aspekten näher, bzw. intensiver beschäftigen möchte, der kann den angegebenen Links folgen oder sich der Suchmaschine seiner Wahl bedienen.

Was sind elektronische Seekarten eigentlich?

Bei elektronischen Seekarten handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um Bilddateien, wie sie jeder vermutlich von Digitalkameras her kennt, die über zusätzliche Informationen, wie u.a. Bezugspunkte (Länge, Breite), Art der Projektion (z.B. Mercator), geodätisches Referenzsystem (z.B. WGS 84) u.v.m. verfügen, um eine entsprechende Anzeige in einem geeigneten Navigations-/ Seekartenprogramm zu ermöglichen.

Grundlegende Grafikformate

Zunächst einmal muss man zwischen zwei grundlegend verschiedenen Grafikformaten unterscheiden:

Vektorgrafik

Für die Navigation zugelassene, Vektorgrafik basierte Seekarten (ENC = electronic navigational chart ~ elektronische Seekarte), müssen der S57/ S63 Spezifikation der Internationalen Hydrographischen Organisation (IHO) entsprechen. Vektorgrafiken bieten insbesondere den Vorteil der verlustfreien Skalierbarkeit, lassen sich aber von Privatleuten nur mit Hilfe kostenpflichtiger Zusatzsoftware erstellen.
Neben den dem offiziellen Standard entsprechenden Vektor-Seekarten, gibt es auch noch eine Reihe proprietärer Vektor-Formate. Allen voran die C-Map und Navionics Vektor-Karten.

Rastergrafik

Rastergrafiken gehören zu den gebräuchlichsten Grafikformaten und fast jeder dürfte schon mit ihnen in Berührung gekommen sein (bspw. im Internet). Die bekanntesten Rastergrafik-Formate sind wohl JPEG/ JPG, GIF und PNG. Zwei weitere Typen, die uns im Zusammenhang mit der Erstellung eigener elektronischer Seekarten begegnen können, sind BMP und TIFF/ TIF (siehe auch Liste von Dateiformaten für Rastergrafiken).
Der "Quasi-Standard" für Rastergrafik basierte Seekarten (RNC = raster navigational chart ~ Raster-Seekarte), das sogenannte BSB Format, stammt von der Firma Maptech und ist mittlerweile neben dem HRCF Format des britischen Hydrographischen Dienstes (UKHO - United Kingdom Hydrographic Office) ebenfalls als offizieller Standard durch die IHO zugelassen/ anerkannt.

Diese Anleitung/ dieses Handbuch zur Erstellung eigener elektronischer Seekarten beschäftigt sich ausschließlich mit der Erstellung von Raster-Karten im BSB Format zur Anzeige in OpenCPN1) unter Windows2).

1) Die Karten sollten auch in den meisten anderen Programmen problemlos angezeigt werden können - ist jedoch ungetestet und ohne Gewähr!
2) Das liegt darin begründet, dass einige der benötigten Programme, wie z.B. MapCal, aktuell nur für Windows verfügabar sind.